Ist Kaugummi kauen beim Intervallfasten erlaubt?

Autor: Nicole

November 24, 2020


Wie du vielleicht schon in einem meiner Beiträge erfahren hast, werden beim Intervallfasten Essens- und Fastenphasen voneinander getrennt. Die Vorteile des Fastens sollen so in den Alltag integriert werden.

Während der Fastenphase sollte im Idealfall nichts gegessen werden. Weitere wichtige Tipps zur Intervallfasten Umsetzung, findest du in meinem Intervallfasten Plan.

Doch wie sieht es mit Kaugummi kauen beim Intervallfasten aus?

Ist das problemlos möglich oder ist davon abzuraten?

Dazu schauen wir uns einmal zusammen an, wie sich das Kaugummi kauen auf unseren Körper auswirkt:

Was passiert im Körper, wenn wir Kaugummi kauen?

Die meisten Menschen lassen beim intermittierenden Fasten das Frühstück ausfallen.

Je nach Alltag ist es auch möglich, das Abendessen ausfallen zu lassen, aber bleiben wir mal beim Frühstück: Du stehst früh auf, trinkst ein bis zwei Gläser Wasser, vielleicht eine Tasse grünen Tee oder Kaffee, und machst dich dann auf den Weg zur Arbeit.

Normalerweise würdest du frühstücken, du hast das seltsame Gefühl eines leeren Magens, vielleicht sogar ein klein wenig Hunger.

Also nimmst du dir einen Kaugummi und kaust fröhlich drauf los.

Doch was passiert im Körper, wenn du einen Kaugummi kaust, und wie könnte das mit dem Intervallfasten kollidieren?

Verdauungssäfte

Unser Körper ist schlau. Der merkt, wenn wir etwas kauen.

Es hält uns nicht nur beschäftigt, erhöht Konzentration und Fokus und sättigt für kurze Zeit; die Kaubewegungen werden im ganzen Körper wahrgenommen.

Und natürlich denkt dein Körper, da kommt gleich etwas zu essen, und bereitet sich schon einmal darauf vor.

Denn noch während wir kauen, wird im Magen die Magensäure gebildet, die Bauchspeicheldrüse bildet Verdauungssäfte und die Leber bildet Galle.

Rein biologisch macht das absolut Sinn, um das Essen zeitnah und effizient zu verdauen.

Wenn du einen Kaugummi kaust, trickst du damit streng genommen deinen eigenen Körper aus.

Normalerweise ist das kein großes Problem, aber beim Intervallfasten kann es ein Hindernis sein.

Denn dein Körper bereitet sich auf die Verdauung vor, aber dann kommt nichts.

Du wärst an seiner Stelle auch verwirrt, oder?

Blutzucker

Diesen Punkt werden wir gleich ein bisschen näher aufgreifen. Die meisten Kaugummis enthalten zwar keinen Zucker, doch zumindest Süßstoff.

Süßstoffe enthalten zwar keine Kalorien, und doch reagiert unser Körper auf den süßen Reiz mit der Bildung von Insulin und anderen Hormonen, die den Blutzuckerspiegel regulieren.

Du kaust also einen “gesüßten” Kaugummi, der jedoch keinen Zucker enthält.

Dennoch bildet dein Körper Insulin und senkt damit den Blutzuckerspiegel. So kann es zu einer Unterzuckerung kommen, was wiederum Heißhunger aktiviert, da dein Körper der Unterzuckerung entgegenwirken möchte.

Zusammenfassung

Durch das Kauen eines Kaugummis bereitet sich dein Körper auf die Verdauung vor und bildet Insulin.

Unterbricht Kaugummi kauen das Intervallfasten?

Es gibt Kaugummis, die enthalten Zucker. Bereits geringste Mengen Zucker in einem einzelnen Kaugummi können ausreichen, um die Fastenphase zu unterbrechen, da der Körper auf den Zuckergehalt hin Insulin bildet.

Insulin ist das Hormon, das maßgeblich die Fastenphase unterbricht, und das möchtest du ja verhindern.

Und wie auch gerade schon im Abschnitt Blutzucker erklärt, kann dein Körper durch das Kauen verwirrt werden und die Fastenphase unterbrechen, da er glaubt, dass gleich etwas zu essen kommt.

Verdauungssäfte werden dann aktiviert und die Autophagie damit unterbrochen.

Zuckerfreie Kaugummis sind eine Zwischenlösung, die ebenfalls nicht zielführend sind:

Ist ein zuckerfreier Kaugummi eine gute Alternative für die Fastenphase?

In der Fastenphase ist es wichtig, die Produktion von Insulin nicht anzuregen. Insulin ist ein Speicherhormon, das die Fastenphase unterbricht und damit die vielen Vorteile, die wir für uns nutzen möchten.

Neuesten Studien zufolge bildet der Körper auch bei Süßstoffen Insulin (1-2), da er nicht unterscheiden kann zwischen Stevia und richtigem Zucker.

Er will auf Nummer sicher gehen und den Zucker schnellstmöglich verarbeiten und speichern.

Da die meisten Kaugummis Zuckerersatzstoffe oder Süßungsmittel wie Stevia oder Xylit enthalten, sollte dies beachtet werden.

Diese Stoffe führen zur Bildung von Insulin, was die Fastenphase bereits unterbrechen kann.

Natürlich kommen individuelle Faktoren hinzu, und nicht jeder Mensch wird auf einen zuckerfreien Kaugummi hin aus der Fastenphase geworfen.

Doch die meisten Menschen wahrscheinlich schon, besonders, wenn der Alltag eher vom Sitzen geprägt ist.

Daher möchte ich dir empfehlen, während der Fastenphase keinen Kaugummi zu kauen. Sicher ist sicher.

Einen Kaugummi kannst du auch nach der ersten Mahlzeit nehmen.

Nimm diese Empfehlung allerdings nicht als Verbot auf. Du solltest dir bewusst machen, warum du Intervallfasten machst. Wenn du Abnehmen mit Intervallfasten möchtest, dann findest du in meinem Artikel dazu weitere wichtige Hinweise.

Wenn dir die gesundheitlichen Vorteile wichtig sind, dann verschiebe den Kaugummi auf die Essensphase.

Was bedeutet eigentlich „zuckerfrei“?

Kaugummis werben damit, zuckerfrei zu sein. Das bedeutet, dass sie keinen Haushaltszucker (Rohrzucker) oder Traubenzucker (Glukose) enthalten.

Dafür jedoch Süßstoffe und Zuckerersatzstoffe wie Stevia, Erythrit, Xylit, Saccharin, Cyclamat, Acesulfam oder künstliche Aromen.

Sie enthalten zwar weniger Kalorien als normaler Zucker, aber ob sie wirklich gesünder sind, ist eine andere Frage.

Denn die meisten dieser Süßstoffe sind Kunstprodukte, die in der freien Natur nicht vorkommen und mit denen dein Körper nicht so recht umzugehen weiß.

Xylit und echtes Stevia (aus Stevia-Blättern) sind noch die unproblematischsten Zuckeralternativen, die jedoch sparsam eingesetzt werden sollten.

In der Fastenphase solltest du auch auf diese Zuckerersatzstoffe verzichten.

Die Wirkung von Süßstoffen auf den Körper

Süßstoffe tricksen deinen Körper nicht nur aus und lassen ihn glauben, dass gleich eine Mahlzeit mit Kohlenhydraten kommt.

Sie haben weitreichende Folgen für den Körper:

Neben den Auswirkungen auf den Blutzucker beeinflussen sie die Darmflora. Stevia und andere Süßstoffe wirken leicht antibiotisch (3) und können so die Darmflora, also die vielen kleinen Mikroorganismen in deinem Dickdarm, durcheinanderbringen und Verdauungsbeschwerden verursachen.

Daher sollten Süßstoffe nur sehr sparsam eingesetzt werden, wenn überhaupt.

Außerdem sind die meisten Süßstoffe vielfach süßer als Zucker.

Stevia etwa hat die 300-fache Süßkraft wie Zucker. Das bedeutet, dass du dich an diese Süße gewöhnst und ein ganz anderes Empfinden für Süß entwickelst.

Wenn du immer alles mit Stevia süßt und dann mal in einen richtig reifen Apfel beißt, wird dir dieser gesunde Apfel womöglich gar nicht mehr so gut schmecken, weil er dir nicht süß genug ist.

Auch der Einsatz von Süßstoffen kann eine gewisse Sucht hervorrufen, wenn du verstehst.

Zusammenfassung

Zuckerfreie Kaugummis enthalten Süßstoffe und Zuckerersatzstoffe, welche die Darmflora und den Blutzuckerspiegel ungünstig beeiflussen.

Was tun gegen Mundgeruch beim Intervallfasten?

Mundgeruch ist eine Komplikation, mit der besonders Beginner des Intervallfastens lernen müssen, umzugehen.

Insbesondere, wenn das Frühstück ausgefallen ist und nur mit einem Glas Wasser oder einer Tasse Kaffee der Weg zur Arbeit angetreten wird.

Da kann es sein, dass noch leichter Belag im Mund vorliegt, die Mundflora noch nicht ganz ausgeschlafen ist, die Entgiftung deines Körpers auf Hochtouren läuft oder dein Körper bereits leicht in der Ketose ist, also Ketonkörper bildet.

Besonders letztere, die Keton-Körper, verursachen einen leicht süßlichen Mundgeruch.

Die besten Tipps gegen Mundgeruch sind eine gute Mundhygiene, Gurgeln mit Wasser oder Salzwasser oder das Kauen von Pfefferminzblättern.

Pfefferminze ist nicht süß, aber schmeckt und riecht angenehm und neutralisiert jegliche Mundgerüche.

Ein Minz-Strauch lässt sich problemlos auf dem Balkon, im Garten oder auf der Fensterbank züchten.

Lege dir einfach auf dem Weg zur Arbeit ein bis zwei Minzblätter in den Mund, warte bis der Minzgeschmack auf deiner Zunge angekommen ist und spucke die Blätter dann aus. 

Zusammenfassung

Minzblätter sind eine tolle zuckerfreie Alternative zu Kaugummis und bekämpfen zuverlässig Mundgerüche.

Fazit

Kaugummikauen gehört für viele zum Alltag dazu. Beim Intervallfasten kann es zu Komplikationen führen und die Fastenphase empfindlich unterbrechen.

In der Fastenphase reagiert der Körper sogar sensibler auf Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe.

Ich empfehle dir daher, während der Fastenphase keinen Kaugummi zu kauen.

Eine gute Mundhygiene, viel trinken, Gurgeln oder Pfefferminzblätter sind eine gute Alternative, um Mundgeruch entgegenzuwirken.

Weitere Tipps und Tricks beim Intervallfasten erfährst du in meiner kostenlosen Intervallfasten-Abnehm Challenge. Zur Abnehm-Challenge gelangst du hier.

Quellen

Über die Autorin

Als ganzheitlicher Abnehmcoach und Expertin für Intervallfasten unterstütze ich dich dabei, gesund und dauerhaft abzunehmen - ohne zu verzichten oder zu hungern. Ich weiß, dass Abnehmen bisher immer mit Verzicht und strikten Regeln verbunden wird. Das ist aber überhaupt nicht nötig und zielführend, denn du hast bereits alles in dir! Wir alle brauchen an bestimmten Stellen in unserem Leben Menschen, die uns an die Hand nehmen und uns neue Wege aufzeigen – genau dafür bin ich da. Ich freue mich, wenn du dich auf meinem Blog umschaust und dir die Inspiration holst, die du gerade für deinen Alltag brauchst.

Nicole Lange

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Kommentare

  • Du schreibst wegen Mundgeruch beim Fasten, warum putzt man sich nicht einfach die Zähne und Gurgel mit einem Mundwasser??? Unterbricht dass such die Fastenphase???
    LG. Isabella

    • Liebe Isabella,

      Zähneputzen unterbricht nicht die Fastenphase.
      Der Mundgeruch wird meist in den späteren Fastenstunden (15-16 Stunden) wahrgenommen. Das ist auch klassisch, da die Entgiftung in dieser Phase sehr aktiv ist. Häufig ist man da schon auf Arbeit oder unterwegs, wo Zähneputzen schlecht möglich ist.

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